dreizehn

PATHOS ZUM FRÜHSTÜCK Ein Gleichnis –den Zerfall affirmieren und gut leben. Das Absurde erwischt früher oder später jeden und ist banal, Leben eben.

WUNSCHKONZERT Verunsichernd ist, das die eigene Realität keine Wirklichkeit hat. Gefangen in Selbstbeobachtung, die auf sinnlosem Vergleich mit Vergangenem beruht, an das man sich leiblich nicht erinnern kann und das noch in einem Körpers der Käfig wird. Die Überpräsenz der Einsamkeit ist Dauerzustand. Kein Wunder das ich ab und an den Anschluss verliere. Ich hab vergessen wie es sich angefühlt hat, als man noch von 0 auf 20 km/h beschleunigen – oder sich stundenlang das Pinkeln verkneifen konnte. Ich erinnere mich nicht mehr, so ist der Schmerz relativ. Für mich ist nun das Entscheidende mit alldem frei zu sein. Ich muss mich wieder sicher fühlen –allein. Günstig also, neben Physiotherapie, Ernährung etc., Hilfsmittel zu finden die mir auf eine, mir entsprechende Art und Weise Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit ermöglichen. Es ist wie es ist und wenn man Intoleranz eh ertragen muss, kann man dabei auch lässig sein. -> synchron weil ich affimiere und gut leben will.

PRADA 1992 gings los, 1994 weiter und 1996 vom Provinzarzt die lapidare Diagnose. 1997 Uniklinik und jetzt isse laut Statistik und Schulmedizin progredient. Es gibt da berechtigte Zweifel. Aber insgesamt Glück gehabt, schubweise fast immer sensible Ausfälle und hauptsächlich Probleme mit Fatique und Wärmeintoleranz. 2010 kamen Spasmen und überzeugende Gang- und Gleichgewichtsstörungen. 2011, nach dem die Kasse endgültig die wirksame Therapie mit Immunglobulinen geknickt hat, kläglich an Tysabri gescheitert, das direkt nach Gabe paar kapitale neue Herde und entsprechende Ausfälle beschert hat. Schlittschuh laufen, wohl der schmerzhafteste Verlust, ging nicht mehr –ok, kapiert.
Mist.
Hackenschuhe schon lange erledigt (bin dazu eh zu dämlich).
Bald war auch Radfahren (gerade in B.) unmöglich.
Erstmal Ergometer. Nach 20 min, ca. 7,7 km unter die Dusche getorkelt. In freier Wildbahn nicht praktikabel. Ergo – netter Trainingseffekt, aber Unbefriedigend. Dann saß ich eine zeitlang bei meinem Süssen auf dem Gepäckträger, immerhin kam ich vom Fleck. Lustig, gut für die Bauchmuskeln, aber dauerhafte Anspannung führt zu unkontrollierbaren Schuhspitzenabrieben –auchnix. Nächster Evolutionsschritt ein gewöhnliches Tandem –abgewählt, weil ich am breiten Kreuz meines Vorderfahrers nicht vorbei kucken konnte (ist ja auch per Se für männliche Vorderfahrer konzipiert). Dann war da das Pino –Ein Tandem mit hinten Mountainbike und vorn Liegerad. Ich konnte zwar mehr sehen, aber komplett ausgeliefert zu sein ist unheimlich. Immerhin schon mal horizontal.

ERWACHEN Denn dann gab es da, in B. die Velo 2011 mit Schwerpunkt: Elektrobikes.. Und da trafen wir uns das erste mal. Nicht der Superstar, bisschen blass und schwerfällig im Verhältnis zu all den poppig, bunten Hipstern. Es hatte Understatement und bisschen was invalides. Passt!
Der Moment indem ich mich niederließ und losfuhr war Erwachen. Simultan durchflutet von Selbstverständnis und Potenz, konnte ich mich wieder auf mich verlassen. Keine Angst zu spüren, vor meinen Bewegungen und denen der Anderen war zurückgewonnene Freiheit. Man sahs mir an. Ich fing wohl an zu leuchten –wie ein Glühwurm. Eine Perspektive….ein Trike! Wußte ich, bevor ich drinsaß. Ich bin wieder da. Und wie!

Kosten jenseits, aber berechtigt. Das legal zu erwerben unrealistisch.
Nun die Lösung vor Augen, aber nur Nase platt drücken, kommt in meinem Alter auch nicht mehr süss. Für ne jahrelange, zersetzende Kriegsführung mit der Kasse mangelts mir an Frusttoleranz und Zeit. Beides ist
Die Recherche führte zu Nathalie Todenhöfer mitsamt Stiftung.

HASE